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    <title>nullkommanichts (Rubrik:kaffaej)</title>
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    <dc:publisher>komma.vorbei</dc:publisher>
    <dc:creator>komma.vorbei</dc:creator>
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    <title>kaff&amp;auml;j</title> 
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    <description>&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/starbucks.jpg&quot;  align=&quot;right&quot; hspace=&quot;6&quot;&gt;&amp;#8222;Einen Kaffee bitte&amp;#8220;, bestellte die &amp;auml;ltere Dame vor mir. Ich stand in der Schlange am Tresen einer dieser Coffee Shops, in denen es keine THC-haltigen Rauchwaren, daf&amp;uuml;r aber diverse Hei&amp;szlig;getr&amp;auml;nke zu erwerben gibt. Da ich mich im Gedanken gerade mit der bevorstehenden &amp;Auml;nderung meines Lebensjahrzehnts besch&amp;auml;ftigte, fanden diese Worte erst den Weg in mein Bewusstsein, als die junge Frau hinter dem Tresen, zwar vordergr&amp;uuml;ndig freundlich, aber mit etwas zu schriller Stimme fragte: &lt;br /&gt;
&amp;#8222;Einen caff&amp;egrave; latte, einen caramel macchiato, caff&amp;egrave; mocha oder caff&amp;egrave; americano?&amp;#8221;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte Dame schaute irritiert und verunsichert. &amp;#8222;Entschuldigung&amp;#8220;, entgegnete sie, &amp;#8222;aber haben Sie keinen Kaffee?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Ich schaute auf und fragte mich, ob die sehr junge Bedienung wusste, was mit &amp;#8222;Kaffee&amp;#8220; gemeint war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wurde eigentlich aus dem &amp;#8222;Kaffee&amp;#8220;? Als ich noch Kind war, bestellten meine Eltern davon eine Tasse oder (drau&amp;szlig;en nur) K&amp;auml;nnchen. Mit dem Einzug der italienischen Gastarbeiter kam auch der Cappuccino nach Deutschland, den zwar niemand schreiben konnte, aber das war ja auch nicht Sinn der Sache. Der urbane Mensch bestellte l&amp;auml;ssig einen &amp;#8222;Kappu&amp;#8220; und schl&amp;uuml;rfte vom fr&amp;uuml;hen Morgen bis sp&amp;auml;t in die Nacht das Ergebnis hochdruckdurchsp&amp;uuml;lten dunkelbraunen Espressopulvers mit, unter ohrenbet&amp;auml;ubendem L&amp;auml;rm hergestellten, Milchschaums. In Kneipen die nicht nur mit verqualmter Luft, sondern auch mit Philosophiestudenten gef&amp;uuml;llt waren, wurde dagegen meist Caf&amp;eacute; au lait ausgeschenkt. Weniger francophile und intellektuelle Naturen durften auch schon mal einen Milchkaffee bestellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/sfcc.jpg&quot;  align=&quot;left&quot; &quot;width=129&quot; height=&quot;129&quot; hspace=&quot;6&quot;&gt;Aber irgendwann war er pl&amp;ouml;tzlich war er da, der neuerliche Auswuchs &amp;uuml;berseeischen Kulturimperialismus&apos;&lt;strike&gt;ses&lt;/strike&gt;. Eigentlich italienischen Ursprungs, aber amerikanisch annektiert kreischten die Mahlwerke und die Aufsch&amp;auml;umd&amp;uuml;sen nicht mehr bei &amp;#8222;Angelo&amp;#8220; oder &amp;#8222;Francesco&amp;#8220;, sondern in cool gestylten Bars mit Selbstbedienung und Pappbechern. Diese Becher waren es wohl auch, die als &amp;#8222;Coffee to go&amp;#8220; die Botschaft in alle Ecken zumindest st&amp;auml;dtischer Kultur brachten. &amp;#8222;Schaut&amp;#8220;, sagten sie: &amp;#8222;man trinkt jetzt im Gehen und sagt &amp;#8222;Kaff&amp;auml;j&amp;#8220;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Lebensgewohnheiten &amp;auml;ndert sich also auch die Sprache. Leider sind Teile der Bev&amp;ouml;lkerung allzu oft von Informationen gesellschaftlicher Neuerungen abgeschnitten. Das betrifft in erster Linie &amp;auml;ltere Menschen und solche, die auf dem Land leben. Nun bin ich ja Profi, was ver&amp;auml;nderte Sprache betrifft und eilte der alten Dame bei ihrer Bestellung zur Hilfe: &amp;#8222;Einen Caff&amp;egrave; latte regular decaf for to stay, bitte&amp;#8220; orderte ich souver&amp;auml;n. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaubte eine Tr&amp;auml;ne ich dem Gesicht der alten Frau zu sehen, als sie mit Ihrem Pappbecher auf einem Sessel am Fenster sa&amp;szlig; und l&amp;auml;chelnd auf die Stra&amp;szlig;e schaute.</description>
    <dc:creator>komma.vorbei</dc:creator>
    <dc:subject>kaffaej</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 komma.vorbei</dc:rights>
    <dc:date>2005-04-05T11:16:20Z</dc:date>
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