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    <title>nullkommanichts (Rubrik:packstation)</title>
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    <dc:publisher>komma.vorbei</dc:publisher>
    <dc:creator>komma.vorbei</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://nullkommanichts.twoday.net/stories/518146/">
    <title>packstation</title> 
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    <description>&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/packstation1.jpg&quot; align=&quot;left&quot; hspace=&quot;6&quot;&gt;&amp;#8222;Na endlich!&amp;#8220; und &amp;#8222;wieso eigentlich Servicew&amp;uuml;ste Deutschland?&amp;#8220; dachte ich beim Lesen des Artikels &amp;uuml;ber das neue Angebot von DHL. DHL, das ist das, was ganz fr&amp;uuml;her Bundespost und fr&amp;uuml;her Deutsche Post AG hie&amp;szlig; und bef&amp;ouml;rdert Paketpost durch die ganze Welt &amp;#8211; bis zu mir nach Hause. Mit dem &amp;#8222;Nach-Hause-Bef&amp;ouml;rdern&amp;#8220; gibt&amp;#8217;s dabei allerdings stets Probleme, denn die M&amp;auml;nner von DHL (ich habe da noch nie eine Frau gesehen &amp;#8211; vielleicht wegen der schweren Pakete) arbeiten zur selben Zeit wie ich. Und das bedeutet, dass wir uns niemals treffen &amp;#8211; und ich meine Paket nie nach Hause bekomme. Leider gibt&amp;#8217;s auch keinen arbeitslosen Nachbarn, dem man einen Ein-Euro-Job als Paketentgegennehmer anbieten k&amp;ouml;nnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So finde ich jedes mal, statt der erwarteten Sendung, eine Benachrichtigungskarte in meinem Briefkasten, auf der zu lesen ist, ich k&amp;ouml;nne ein Paket bei der n&amp;auml;chsten Postfiliale abholen. Falls ich zuf&amp;auml;llig einmal &lt;i&gt;vor&lt;/i&gt; dem Schlie&amp;szlig;en der Filiale zu Hause bin (was angesichts deren &amp;Ouml;ffnungszeiten nahezu unm&amp;ouml;glich ist), finde ich noch den Hinweis, dass sich das Paket erst eine Nacht von den Strapazen der langen Reise erholen m&amp;uuml;sse und daher nicht gleich abgeholt werden k&amp;ouml;nne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses sollte nun, dem Zeitungsbericht nach, der Vergangenheit angeh&amp;ouml;ren. &amp;#8222;Packstation&amp;#8220; lautete das Zauberwort. Das Prinzip ist einfach und mit einem Briefschlie&amp;szlig;fach vergleichbar. Man beantragt eine Packstation-Nummer, gibt diese dem Versender des Pakets als Adresse an und DHL bringt die Sendung nicht zur Wohnung, sondern legt sie in ein Schlie&amp;szlig;fach, dass sich, wenn man Gl&amp;uuml;ck hat, in der N&amp;auml;he des Zuhauses befindet. Und damit man das Gef&amp;uuml;hl hat, ein sehr wichtiger Kunde zu sein, bekommt man von DHL noch eine goldene Plastikkarte zugesandt, die (statt eines Schl&amp;uuml;ssels) zum &amp;Ouml;ffnen des Paketfachs legitimiert. Und das allertollste: es gibt keine orangenen oder blauen Benachrichtigungskarten mehr, sondern man bekommt eine SMS und eine Email sobald eine Sendung in der Packstation zur Abholung bereit liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich war begeistert von der Aussicht, selbst mitten in der Nacht die M&amp;ouml;glichkeit zu haben, ein ersehntes Paket in Empfang zu nehmen und f&amp;uuml;llte sofort die Online-Anmeldung aus. Mit gro&amp;szlig;er Spannung schaute ich nun t&amp;auml;glich in meinen Briefkasten und schon einige Tage sp&amp;auml;ter lag sie da: meine neue Paketheimat. Von nun an hatte ich nicht mehr nur einen einfach schn&amp;ouml;den Vor- und Zunamen, sondern hie&amp;szlig; Herr R. 14598405! Auch wohnte ich nicht mehr in einer Etagenwohnung im s&amp;uuml;dlichen Hannover, sondern in der Packstation 103. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/packstation_kinderreithose.jpg&quot; align=&quot;right&quot;&gt; Etwas entt&amp;auml;uscht war ich allerdings davon, dass ich nun diese tolle Karte und Adresse hatte, aber absolut kein Paket erwartete. Dank eines Highspeed-Internetanschlusses sollte sich das aber wohl schnell &amp;auml;ndern lassen. Also rasch den PC hochgefahren, Ebay aufgerufen und bei dem erstbesten &amp;#8222;Sofort-Kaufen&amp;#8220;-Artikel zugeschlagen. Naja, ich brauchte eigentlich keine Kinder - Reithose mit Vollbesatz in Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e 134/140, aber 9,99 Euro war nicht teuer und irgend ein Bekannter eines Bekannten hatte bestimmt ein Kind, das reitet und sich &amp;uuml;ber ein Geschenk von mir freuen w&amp;uuml;rde. Also &amp;uuml;berwies ich auch gleich das Geld und konnte mich die n&amp;auml;chsten Tage vor Aufregung kaum auf meine Arbeit konzentrieren. St&amp;auml;ndig checkte ich meine Emails und schaute, ob mein Handy nicht vielleicht unbemerkt eine SMS empfangen hatte. So vergingen f&amp;uuml;nf Tage, als es pl&amp;ouml;tzlich, es war 13:57 Uhr, &amp;#8222;piep&amp;#8220; machte und mein Telefon anzeigte: &amp;#8222;Sie haben eine neue Nachricht von Packstation. Jetzt lesen?&amp;#8220; Meine Finger zitterten vor Freude, als ich auf den Best&amp;auml;tigungsknopf dr&amp;uuml;ckte und im Geiste sah ich mich schon vor der Hightechschlie&amp;szlig;fachanlage, ein Bildschirm begr&amp;uuml;&amp;szlig;te mich und &amp;ouml;ffnete mir dann freundlich die T&amp;uuml;r zu meinem Paket. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Aus Kapazit&amp;auml;tsgr&amp;uuml;nden konnte Ihre Sendung leider nicht in der Packstation eingelagert werden. Bitte holen Sie die Sendung in ihrer Postfiliale ab&amp;#8220;. Es traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. So lange hatte ich gewartet und jetzt das. Lag vielleicht ein Fehler im SMS-Versand vor? Ich ging zu meinem Computer und rief meine Emails ab. Auch hier eine Nachricht der Packstation &amp;#8211; mit gleichem Inhalt.&lt;br /&gt;
Immer noch frustriert stand ich zwei Tage sp&amp;auml;ter in einer langen Schlange vor dem Postschalter und sah den Beamten (es m&amp;uuml;ssen noch die &amp;#8222;guten alten&amp;#8220; Postbeamten gewesen sein), bei ihrem lustlosen Tun zu. Nach zwanzig Minuten sinnlosen Nichtstuns hielt ich das Paket mit meiner neuen Kinderreithose in den H&amp;auml;nden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, nicht entmutigen lassen, dachte ich bei mir. Du bist schon mit schlimmeren Krisen fertig geworden und ich wei&amp;szlig;, es wird eine zweite Chance geben. Schacka !! Auf diese Weise innerlich gest&amp;auml;rkt, fuhr ich nach Hause und startete den PC. Nun gut, Ebay hat mir kein Gl&amp;uuml;ck und irgendwie auch keine brauchbare Ware gebracht. Tchibo k&amp;ouml;nnte ein sinnvoller Ersatz sein, denn die TCM-Welt war bunt und vielf&amp;auml;ltig. Das B&amp;uuml;roset, das ich haben wollte, war leider schon vergriffen und so entschied ich mich f&amp;uuml;r Bettw&amp;auml;sche. Bettw&amp;auml;sche kann man nie genug haben, denn je mehr man davon hat, desto seltener muss man waschen. Und als m&amp;auml;nnlicher Single muss man ja auch praktisch denken. Gesagt getan: die Bestellung abgeschickt und die Auftragsbest&amp;auml;tigung versprach mir, dass, dank Kreditkartenzahlung Tchibo auch schnell liefern w&amp;uuml;rde. Bereits nach einem Tag erhielt ich auch eine Email, die Ware sei nun an DHL &amp;uuml;bergeben worden. Sofort stieg mein Adrenalinspiegel. Erneut begann das hoffnungsfroh gespannte Warten auf das &amp;#8222;Piep&amp;#8220; von der Packstation. Ein Tag verging, dann ein zweiter und am dritten Tag hatte das Warten ein Ende: &amp;#8222;Sie haben eine Nachricht von Packstation. Nachricht lesen?&amp;#8220; Ja, ich wollte sie lesen. Ja, ich wollte mein Paket abholen. Ja, ich wollte die neue Technik testen. Ja !!! 
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/packstation3.gif&quot;&gt;&lt;/p&gt;
&amp;#8222;Ihre Sendung &amp;uuml;berschreitet leider die zul&amp;auml;ssigen H&amp;ouml;chstma&amp;szlig;e. Bitte holen Sie die Sendung in Ihrer Postfiliale ab&amp;#8220;. Ich lief rot an. Frustration und Aggression k&amp;auml;mpften in meinem K&amp;ouml;rper und ich lie&amp;szlig; mich ersch&amp;ouml;pft auf meinen B&amp;uuml;rostuhl fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ich auch dieses Paket nach langer Wartezeit in langer Schlange vor dem selben Postschalter mit den selben Postbediensteten in Empfang genommen und jetzt wenigstens neue Bettw&amp;auml;sche hatte, startete ich einen dritten Versuch. Vielleicht war die bestellte Ware nicht hochpreisig genug. Wenn das Paket nicht allzu gro&amp;szlig; war, daf&amp;uuml;r aber wertvollen Inhalt transportierte, w&amp;uuml;rde man es vielleicht bevorzugt behandeln und endlich dort hinbringen, wo es hin sollte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also bestellte ich als n&amp;auml;chstes eine neue Digitalkamera. Das war schon lange mein Wunsch und jetzt war die richtige Gelegenheit, sich gleich zwei Tr&amp;auml;ume zu erf&amp;uuml;llen: das neue Ger&amp;auml;t und das erwartete Gl&amp;uuml;cksgef&amp;uuml;hl beim &amp;Ouml;ffnen der Packstation. Das Folgende kennen Sie bereits: PC gestartet, im Internet nach dem Apparat gesucht, die Bestellung abgeschickt und gewartet. Und gewartet. Und gewartet. Langsam wurde ich unruhig, denn ich hatte, um den Versand zu beschleunigen, vor Erhalt der Ware den Kaufpreis &amp;uuml;berwiesen. Und die pers&amp;ouml;nliche Bestellseite des Interneth&amp;auml;ndlers wies die Ware als verschickt auf. Was konnte geschehen sein? Ich rief bei der Service-Hotline der Packstation an. &amp;#8222;Wir forschen da gern f&amp;uuml;r Sie nach&amp;#8220;, teilte mir ein freundlicher junger Mann mit, &amp;#8222;aber dazu ben&amp;ouml;tigen wir die Post-Identnummer der Sendung. Die erhalten Sie von dem Versender&amp;#8220;. Also rief ich beim Lieferanten der Kamera an. &amp;#8222;Oh ja, das tut uns leid&amp;#8220;, versicherte eine Dame, &amp;#8222;das Paket ist zur&amp;uuml;ckgekommen, weil Ihre Adresse zu lang f&amp;uuml;r den Aufkleber war und so nur ein Teil Ihrer Packstationnummer aufgedruckt wurde, aber wir geben das Paket umgehend wieder in den Versand&amp;#8220;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zum Haareraufen. Ich wollte diese Kamera haben. Ich wollte diese Packstation bedienen. Warum hatte sich nur alles gegen mich verschworen??? Die n&amp;auml;chsten Tage lie&amp;szlig; ich mein Handy zu Hause und schaltete die Email-Benachrichtigung aus. Ich ertrug die Ungewissheit nicht mehr und wollte mir den Tag nicht durch ein schweigendes Telefon und einen leeren Email-Eingang verderben lassen. Umso gespannter war ich jedes Mal, wenn ich nach Hause kam. Einige Tage sp&amp;auml;ter dann tats&amp;auml;chlich: &amp;#8222;Sie haben eine neue Nachricht von Packstation. Nachricht lesen?&amp;#8220;. Ja, ich wollte lesen, und machte mich auf alles gefasst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img border=&quot;0&quot; src=&quot;http://www.dbs-ev.de/rok/packstation2.jpg&quot; align=&quot;left&quot; hspace=&quot;6&quot;&gt;&amp;#8222;Eine Sendung liegt f&amp;uuml;r Sie in der Packstation 103 zur Abholung bereit&amp;#8220;. Ich verga&amp;szlig; beinahe, dass ich meine Schuhe schon ausgezogen hatte, als ich zum Auto st&amp;uuml;rzte, um endlich zu tun, was ein Mann eben tun muss &amp;#8211; wenn man ihn l&amp;auml;sst. Nach einer nicht enden wollenden Rotphase an der Ampel, die mich von meinem Ziel trennte, sah ich schon von weitem das in warmen Gelbton leuchtende Wunderwerk serviceorientierter Technik. Ich hielt das Auto direkt davor, griff nach meiner Goldcard, tippte zitternd meine Geheimzahl auf dem Touchscreen und las: &amp;#8222;Sendung Nr. 2937632900027, Fach &amp;ouml;ffnen?&amp;#8220;. JA, bitte. Fach &amp;ouml;ffnen !!! Jetzt! 19:23 Uhr. Lange nach Schlie&amp;szlig;ung der Postfiliale!&amp;#8220; Mit einem vernehmlichen &amp;#8222;Klack&amp;#8220; sprang eines der kleinen F&amp;auml;cher, unten rechts neben dem Bildschirm auf. Ich war etwas irritiert, denn ich hatte erwartet, dass die Kamera in einem gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Paket versendet wurde, als dieses Fach fassen konnte und mich &amp;uuml;berkam ein ungutes Gef&amp;uuml;hl. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kniete mich hin, zog die T&amp;uuml;r des Fachs ganz auf und war der Ohnmacht nahe. In dem Fach lag eine blaue Karte und auf der war zu lesen: &amp;#8222;Eine Paketsendung f&amp;uuml;r Sie konnte leider nicht zugestellt werden. Bitte holen Sie diese in Ihrer Postfiliale ab. Nicht jedoch heute!&amp;#8220; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannover S&amp;uuml;d, 19:24 Uhr, geplatzte Tr&amp;auml;ume. &amp;#8222;Nicht jedoch heute&amp;#8220;. Danke f&amp;uuml;r diesen Hinweis. &amp;#8222;Ihr Leben k&amp;ouml;nnte sch&amp;ouml;n sein - nicht jedoch heute!&amp;#8220;, schien die Karte zu schreien. &lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt; schrie. Niemand h&amp;ouml;rte mich.</description>
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