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Mittwoch, 27. April 2005

objekt der begierde

Ich habe ein neues Objekt der Begierde. Ja, das kam schon früher vor. Damals war es, je nachdem, ob ich gerade blond oder braun bevorzugte, Claudia Schiffer oder Ornella Muti. Doch mit Überschreitung des Lebenszenits lässt die Libido nach und der Körper sucht nach Ausgleich für die mangelnde Bewegung. Da verfällt so man(n)cher auf’s Laufen. Es kann ja kein Zufall sein, dass die Mehrzahl der Teilnehmer bei Marathonläufen um-die-vierzigjährige Y-Chromosomenträger sind. Und besuchte man früher verstohlen Sexshops, so bringen heute eher Sportakrtikelgeschäfte den Kreislauf in Schwung.

So auch gestern, als ich, eher zum cruisen, als zum gezielten Erwerb angebotener Ware, bei Sport-Scheck einkehrte. Am Eingang fiel mein Blick auf ein Display: ein Bildschirm, der durch seine Animation meinen Orientierungsreflex auf sich zog und davor ein Sportschuh, der offensichtlich so wertvoll war, dass man ihn an einem Stahlseil sichern musste. Ich schaute mir das gute Stück näher an, konnte aber nicht so recht ergründen, was jetzt das Besondere daran sein sollte. Da aber meine Neugier geweckt war, nahm ich den direkten Weg in die Fachabteilung und bemühte einen Verkäufer. Eigentlich sollte ich ihn eher Dealer nennen, denn er „fixte“ mich an: „Das ist der neue Adidas_1 Der hat er einen eingebauten Computer, der pro Sekunde 1000 Messungen durchführt und dabei registriert, ob die Dämpfung zu hart oder zu weich ist. Diese wird dann automatisch über ein Seilsystem angepasst“. Er holte eine Art Schlüssel aus einem Kasten, steckte ihn in ein Loch am Absatz und plötzlich begann eine Reihe von Leuchtdioden zu blinken. Gleichzeitig konnte man in einem kleinen Fenster in der Sohle des Schuhs sehen, wie sich winzige Zahnräder bewegten und Drähte hin und her geschoben wurden.

„Toll, Wahnsinn, haben wolln!“ dachte ich. Nicht, dass ich der Meinung war, ich könne durch diese Technik besser oder schneller laufen, aber es war eben Technik! Blinkende Punkte haben mich schon immer begeistert. Ich erinnere mich noch gut daran, als mich die ehemalige Frau zum Technikparadies schickte, um eine neue Waschmaschine zu erwerben. Ich kam mit derjenigen nach Hause, die die größte Anzahl leuchtender Knöpfe und Lämpchen aufwies. Anschließend saß ich eineinhalb Stunden vor der Maschine und schaute fasziniert den bunten Lichtern und der bunten Wäsche zu.
Ich glaube, Schuld daran ist „Raumschiff Enterprise“. Als kleiner Junge war die Serie für mich der Inbegriff von Zunkunftsvisionen. Und die Zukunft blinkte unentwegt an den Schaltpulten von Leutnant Uhura. Und nun also dieser Schuh. Computertechnik, Blinklichter – so einfach ist der in den 60ern sozialisierte Mann also heutzutage zu ködern.

Zwei Faktoren standen allerdings dem sofortigen Kauf entgegen: Neben dem horenden Preis gab es ein entscheidendes Problem: der Schuh ist potthässlich! Nicht nur der hohle Absatz, nein das Schlimmste ist die Farbe: weiß und gold. Ich vermute letzteres soll symbolisieren, dass der Träger des Schuhs ein Gewinner ist, ich finde es allerdings äußerst peinlich, auf diese Weise Aufmerksamkeit erregend um den Maschsee zu laufen. Es gibt zwar noch die Leinemasch, in der einem nur wenige Spaziergänger begegnen oder die Möglichkeit erst nach Einbruch der Dunkelheit das Haus zu verlassen, aber bei einer Investition von 250 Euro möchte man doch nicht dermaßen gehandicapt sei. Was mache ich nun? Ständig sehe ich die blinkenden Lichter vor mir und spüre das Gefühl, das erste Mal mit meinen Füßen in den jungfräulichen Schuh zu gleiten. Ich will das Ding haben, aber mein Über-Ich wehrt sich dagegen. Die einzige Möglichkeit, die ich daher sehe, ist ein Sponsoring. Liebe Frau oder Herr Adidas, wenn Ihr mir diesen Schuh schenkt, werde ich in diesem Blog ausschließlich gutes darüber berichten! Und wenn Ihr mir noch ein nettes Shirt mit euerm Firmennamen dazu gebt, laufe ich sogar für euch Werbung beim Vienna-Marathon, obwohl es mir peinlich ist! Also bitte, lasst mich nicht leiden!!!

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