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Samstag, 26. März 2005

die perle


Woran denken Sie bei dem Begriff „Perle“ ?? Etwa an schimmernde Absonderungen, die von manchen Mollusken, insbesondere bestimmten Muscheln, erzeugt und als Schmuck geschätzt werden? An Aragonit, dem Hauptbestandteil von Perlmutt? An durchbohrte Kugeln, die sich z. B. zu Halsketten oder Armreifen aufreihen lassen, aber auch für Stickereien, etwa auf Kleidung, Altardecken oder Buchhüllen, verwendet werden können?

Wissen Sie woran ich bei dem Wort „Perle“ denke? An den Geruch von „Meister Proper“, an nicht vorhandene Kalkrückstände und die Begrenztheit menschlichen Vorstellungsvermögens!

Meine Perle heißt B. und ist regelmäßiger Gast in meiner Wohnung. Wir treffen uns nicht oft, aber wir schätzen uns sehr. B. schätzt mich, weil ich aufräume, bevor sie kommt, weil sich nur selten Frauenhaare in meiner Dusche finden und vermutlich auch deshalb, weil ich fast nie da bin, wenn sie da ist. Ich schätze B. weil sie für mich all das beseitigt, was ich nicht mag: Schmutz, Kalkrückstände und Frauenhaare in meiner Dusche.

Das allein würde mir ja schon reichen, aber B. reicht das lange nicht. Schmutz und Kalkrückstände sind die „Pflicht“, dann kommt die „Kür“. Wenn der Geschirrspüler schon ausgeräumt ist, die Fenster noch von der vergangenen Woche strahlen und es keine Wäsche zum Bügeln gibt, richtet sie die Kanten der Wäschestücke im Schrank milimetergenau aus. Ist auch das erledigt, geht sie zum Äußersten über: die Küchenschubladen. Haben Sie auch so eine Lade, in die alles hineingeworfen wird, was keinen vernünftigen Platz mehr findet? Vielleicht sollte Sie einmal die losen Korken, Plastikgabeln und Zahnstocher bündeln, nachdem Sie alles rechtwinklig ausgerichtet haben. Schade allerdings, dass zumindest die horizontale Ausrichtung nach dem ersten ruckartigen Öffnen schon wieder zerstört ist.

Danke, meine Perle! Ich würde Dich gegen keine Molluskenabsonderung der Welt eintauschen! Und daher zum Schluss ein Gruß meiner Perle, den ich an alle Perlen dieser Welt weiter geben möchte.
ostergruss

Frohe Ostern!

Donnerstag, 24. März 2005

ikea

Eines der letzten großen Geheimnisse bleibt ja für mich die Faszination eines Ikea-Besuchs. Ich kenne nur wenige Leute, die sich der Anziehung des gelbblau beschilderten Möbelhauses entziehen können.
Sind es die originellen Namen der Produkte wie Karriär (der Topfserie, mit der jede Frau ganz groß raus kommt) oder Syntes Eloge (dem Teller, der auch gern von Sektenanhängern gekauft wird)?
Oder ist es die Tatsache, dass man von allen Werbetafeln herunter hemmungslos geduzt wird, was in dem Konsumenten über 35 nostalgische Erinnerungen an die Studienzeit weckt?

Ich weiß es nicht, denn üblicherweise bedeutet ein Ikea-Besuch einfach nur Stress. Nachdem man sich auf dem übervollen Parkplatz irgendwo zwischen zwei Kombis gequetscht hat, wird man spätestens am Eingang das erste Mal von einem Kinderbuggy gerammt. Das Kind schreit, die Mutter guckt grimmig und schiebt das Kindergefährt samt Inhalt noch einmal nachdrücklich in die Hacken ihres Vordermannes.

Hat man einmal das Kinderparadies hinter sich gelassen, wird die Geräuschkulisse nur geringfügig angenehmer, dafür werden die Gänge zwischen den Waren zunehmend voller. Das führt zu weiteren Zusammenstößen, verloren gegangenen Kleinkindern und streitenden Paaren in der Küchenabteilung. Sind dann endlich Teelichter und Servietten im Einkaufswagen, strebt man dem Ausgang entgegen, und erreicht die Schlage vor der Kasse meist lange, bevor selbige in Sichtweite ist.

Es sei denn, man fährt an einem Mittwoch Abend vor Ostern zu Ikea. Es sind Ferien, viele Menschen sind verreist und jene mit Kindern haben ihren Möbelausflug um 8 Uhr begonnen und sind seit 16.30 Uhr wieder aus dem Geschäft.

Ankunft 18.00 Uhr: Parkpätze in ausreichender Anzahl und Größe in der zweiten Reihe vor dem Eingang, kein Gedränge in den Gängen, kein Kindergeschrei, entspannte erwachsene Menschen und, am sensationellsten, nicht die geringste Warteschlange vor den Kassen.

Und da war sie dann, die Faszination des Ikea-Besuchs. Ich verließ das Geschäft mit einem Lächeln im Gesicht, einem Beutel Teelichter und zwei Packungen Servietten!

Mittwoch, 23. März 2005

leck mich

Je näher der 8. April rückt, desto heftiger entbrennt in England (und dem Rest der Welt) der Streit darüber, ob Camilla Königin werden darf.
"The Sun" hat sich Gedanken darüber gemacht, was auf das (unter ästhetischen Gesichtspunkten ohnehin nicht gerade verwöhnte) englische Volk zukäme, wenn Camilla Königin würde und fragt:

who'd want to lick a Camilla stamp ?

Die drohende Aussicht, Camilla darüber hinaus jedes Mal beim Bezahlen in der Hand zu halten, wird zumindest eine Gruppe von Personen mit Schadenfreude erfüllen: die britischen Euro-Befürworter.

Dienstag, 22. März 2005

frauenarzt

Gestern erzählte mir V., sie müsse noch zum Gynäkologen. Der hätte eine neue Praxis in der Stadt, sei Mitte vierzig und durchaus gutaussehend.
Also ich kann ja Frau nicht verstehen, die zu einem (auch noch attraktiven) Gynäkologen geht! Also wenn mir eine schöne junge Ärztin die Hoden abtasten würde, ganz zu schweigen von einer Prostatauntersuchung ..... *schluck* !

Ich frage mich immer, ob diese Ärzte noch unvoreingenommenen Sex haben können oder aus dem Akt eher eine endoskopische Untersuchung wird! Ich kannte mal einen dieser Gattung, der meinte, jede Frau sollte mindestens einmal mit einem Gynäkologen Sex gehabt haben. Offensichtlich glaubten ihm das viele, denn der sah nicht mal besonders gut aus, hatte aber mehr Affären, als sein Palmtop speichern konnte!

Obwohl ich den Typen äußerst unsympathisch fand, kann ich nicht verhehlen, dass mich angesichts seiner Kartei ein wenig Neid überkam und ich mich fragte, ob ein Medizinstudium nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.
Aber bei meiner Schusseligkeit hätte ich dann womöglich aus Versehen Proktologie gewählt. Da arbeite ich doch lieber weiterhin am anderen Ende des Menschen und habe ein übersichtliches Adressverzeichnis.

Montag, 21. März 2005

single-dvd

Ich finde es als Konsument außerordentlich erfreulich und für die Wirtschaftslage dieses Landes unabdingbar, dass die Industrie ihre Produkte auf geänderte gesellschaftliche Gegebenheiten ausrichtet. So reagiert man z.B. auf die veränderte Altersstruktur in unserer Bevölkerung damit, dass bisherige Tabu-Themen gesellschaftsfähig gemacht und auch Fernsehwerbungen für Inkontinenzvorlagen gezeigt werden.

Eine andere wachsende Gruppe, die kräftig umworben wird, sind die Singles. Die Explosion von (Internet-)Partnervermittlungsagenturen, Singlepartys und Speed-Dating-Veranstaltungen zeugen davon. Was aber bisher noch nicht im Mittelpunkt stand, war die Frage, welche speziellen Produktbedürfnisse hat der Single?

Die Werbestrategen des Media-Marktes sind ja nicht blöd und haben sich nach der Sättigung des Single-Marktes mit Notebooks (für die Internetflirtforen) und Navigationssystemen (um nicht zu spät zum Date zu kommen) überlegt, was sie dem allein lebenden Menschen noch bieten können – und sind dabei auf eine einzigartige Serviceidee gekommen: sie sagen uns Singles, welche Filme wir gefahrlos in unseren DVD-Player schieben können.

Haben Sie schon einmal folgende Situation erlebt? Sie, männlicher Single, sitzen mit Ihrer besten Freundin, weiblicher Single, auf dem Sofa und schauen, sagen wir, Harry & Sally. Nein, es geht jetzt ausnahmsweise nicht um einen vorgetäuschten Orgasmus, sondern darum, dass Ihre Freundin beim Happy-End eine rolle Küchenpapier vollgeheult hat und nicht aufhört zu jammern, weil ihr immer noch nicht der Mann für’s Leben über den Weg gelaufen ist. Aber wie soll man einen gemeinsamen Filmabend sonst gestalten? Für „Leathal Weapon“ hat sie einfach kein Verständnis und „Der englische Patient“ endet nur wieder in einer Tränenorgie.

Jetzt kommen die Werbestrategen des Mediamarktes und helfen uns. Sie haben die „Single-Film-DVD“ erfunden! Ein genialer Coup! Denn hier finden Sie Kinounterhaltung, die nicht in „Ich will keine Schokolade“-Geschrei endet. Kein Schnulz, keine romantischen Liebeszenen, nichts, was den Single dazu veranlassen könnte, mit seinem Single-Leben zu hadern.

Sicher, das Angebot ist noch klein, aber ein Anfang ist gemacht. Weitere Vorschläge können gern hier hinterlassen werden.

Freitag, 18. März 2005

hühner


Na also, ich habe die Seite gefunden, die die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest bietet (und die Antwort ist tatsächlich nicht 42): www.huehner-info.de

Dort erfährt die Menschheit zum Beispiel:

Wieviele Hennen braucht ein Hahn ?
Das wollte ich schon immer wissen. Jetzt weiß ich es:
"Das kommt wohl auf den Hahn an, zB mein Italienerhahn schaffte es seinerzeit ohne Weiteres, 40 Hennen zu bewachen ".
HA !!! .... und dass, wo ich doch quasi Halbitaliener bin. Zwar nicht genetisch, aber zumindest im Geiste ! Nun, da hab ich ja noch was zu tun (ufff....) !!!

Aber mit den 40 "Damen" fangen die Probleme erst an:

Meine Hühner legen ihre Eier nicht ins Nest - was tun?

Bertrand meint dazu: "Lass Deine Hühner legen, wie und wohin sie wollen. Es pendelt sich im Lauf der Zeit was Gescheites ein, denke ich."

DANKE, Betrand, DANKE .... solche Tipps sind es, die mir, dem interessierten Eierseitenbenutzer, das Leben viel einfacher gestalten. Und noch einmal kann ich nur sagen: DANKE !!!

Ach, wie ich dieses weltweite Hühnerweb liebe. Denn während ich hier noch beim Kaffee sitze und überlege, ob es wirklich so schlau sei, mir 40 Eierlegerinnnen ins Haus zu holen, finde ich unter www.homema.de/schlacht.htm auch schon die Lösung meines möglicherweise entstehenden Problems:

Vorbereitung: Ein Huhn wird zum Schlachten ausgewählt. Die schwere Entscheidung wird auch dadurch beeinflusst, für welche Art von Zubereitung man sich entscheidet. Ein Hahn ist furchtbar zäh und ist als Braten nur mit guten Zähnen zu genießen. Als Suppenhahn geht er aber auch durch. Ein Huhn sollte nicht älter als ein bis zwei Jahre sein, wenn es noch als Braten im Backofen enden soll, sonst eignet es sich nur noch als Suppenhuhn.....

Den Rest möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht zumuten und wenn Sie unbedingt ekelige Dinge sehen möchten, empfehle ich die Google-Bildersuche zum Thema Verletzungen.

Donnerstag, 17. März 2005

endlich







endlich 1: der Winter ist vorbei

endlich 2: SOULOUNGE is in town !!!



.

Mittwoch, 16. März 2005

sonnig, 17 grad

die Mittagspause-auf-dem-Balkon-Sainson ist eröffnet !!

501

Gestern habe ich mir eine neue Levis 501 gekauft. Seitdem ich in einem Film gesehen habe, dass Frauen meinen, L32 W34 sei die Idealgröße für Männer (bzw. deren Hosen), finde ich die Marke ja besonders klasse, denn die Größe steht für jede gut sichtbar hinten auf dem Typenschild. Selbstbewusst steuerte ich das Levis-Regal an, ein Griff, ein Treffer. Naja, zur Sicherheit noch mal in die Kabine und das gute Stück probiert. Hätte ja sein können, dass mir dabei ein Materialfehler auffiel.

Was war das ??? Ich fühlte mich, wie eine Wurst in der Pelle. Eine verdammt dicke Wurst in einer verdammt dünnen Pelle !!!

Das musste ein Irrtum sein. Mist, das Schild saß hinten, so dass ich es nicht sehen konnte. Also quälte ich mich aus dem Stoff, geriet dabei in leichte Panik, denn einen Moment lang fürchtete ich, mich nicht ohne Hilfe eines Verkäufers aus der Hose befreien zu können. Als ich es schließlich geschafft hatte, sah ich die Zahlen: 32-34. Soweit korrekt. Verdammte Chinesen, hatten offensichtlich das Schild falsch aufgenäht.
Ich schlüpfte also wieder in meine sehr bequem sitzende alte Jeans. O.K., es war eine andere Marke, ohne außen sitzendes Typenschild, aber ich erinnerte mich ganz deutlich an die Größe auf dem kleinen Schnipsel, den ich herausgetrennt hatte. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn, verließ die Kabine und schlenderte, als ob nichts gewesen wäre zum Levis-Regal. Zugegeben, die nächste Hose mit der von mir gesuchten Größe sah der ersten in ihren Ausmaßen täuschend ähnlich, aber eben bestimmt nur täuschend. Mit einem „Ups-da-hatte-ich-doch-versehentlich-eine-Nummer-zu-groß-gegriffen“-Blick bummelte ich zurück zur Anprobe.

Ich bekam zwar immer noch nicht so richtig Luft, aber eine Überprüfung im Spiegel würde vielleicht Klarheit bringen. Danke, lieber „Blue House“- Besitzer, dass Du keine Spiegel in Deine Kabinen montiert hast, sonst könnte man sich womöglich entspannt darin betrachten! Also raus, in die böse helle Ladenwelt. Zugegeben, mein Gang wirkte vielleicht etwas gestelzt und meine Brust etwas sehr weit herausgestreckt, aber ich ließ mir doch von so einem blöden Schild an einer Hose nicht vorschreiben, wie ich zu gehen und zu atmen hatte. Und die Blicke der Kundinnen, die teils herablassend, teils mitleidig zu mir herüber schauten, als wollten sie sagen: „Hat der arme Mann denn keine Frau, die ihm sagt, was man anziehen kann und was mit Sicherheit nicht“ ignorierte ich ebenfalls !

Vor dem Spiegel aber musste ich der bitteren Wahrheit in ihr ungeschminktes Auge schauen. Ich sah aus wie ein Majonäsetütchen, das man zu lange in der Sonne liegen lassen hat. Jede winzige Erhöhung des Drucks konnte zur Explosion führen und die Schweinerei, die das ausgelöst hätte, mag man sich überhaupt gar nicht ausmalen.

Gut, Mann musste erkennen, wann Mann verloren hat. Wirklich schmachvoll war nur der erneute Gang zum Regal um nun doch eine Nummer größer zu wählen. 33-34 passte dann wirklich besser. Ich habe noch versucht an der Kasse zu handeln, weil ja offensichtlich ein Verarbeitungsfehler vorlag, aber auch das hat nicht geklappt.

Eine gute halbe Stunde brauchte ich zu Hause, um die 3 auf der Hose mit einem Skalpell wegzukratzen und dann mit einem feinen Filzstift in eine 2 zu verwandeln. Danach noch mit einem harten Schwamm abgerrubbelt, gewaschen und zu heiß gebügelt - und nun bin ich glücklicher Besitzer einer neuen, passenden Levis 501 mit der erwünschten Außenwirkung !!

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