die perle

Woran denken Sie bei dem Begriff „Perle“ ?? Etwa an schimmernde Absonderungen, die von manchen Mollusken, insbesondere bestimmten Muscheln, erzeugt und als Schmuck geschätzt werden? An Aragonit, dem Hauptbestandteil von Perlmutt? An durchbohrte Kugeln, die sich z. B. zu Halsketten oder Armreifen aufreihen lassen, aber auch für Stickereien, etwa auf Kleidung, Altardecken oder Buchhüllen, verwendet werden können?
Wissen Sie woran ich bei dem Wort „Perle“ denke? An den Geruch von „Meister Proper“, an nicht vorhandene Kalkrückstände und die Begrenztheit menschlichen Vorstellungsvermögens!
Meine Perle heißt B. und ist regelmäßiger Gast in meiner Wohnung. Wir treffen uns nicht oft, aber wir schätzen uns sehr. B. schätzt mich, weil ich aufräume, bevor sie kommt, weil sich nur selten Frauenhaare in meiner Dusche finden und vermutlich auch deshalb, weil ich fast nie da bin, wenn sie da ist. Ich schätze B. weil sie für mich all das beseitigt, was ich nicht mag: Schmutz, Kalkrückstände und Frauenhaare in meiner Dusche.
Das allein würde mir ja schon reichen, aber B. reicht das lange nicht. Schmutz und Kalkrückstände sind die „Pflicht“, dann kommt die „Kür“. Wenn der Geschirrspüler schon ausgeräumt ist, die Fenster noch von der vergangenen Woche strahlen und es keine Wäsche zum Bügeln gibt, richtet sie die Kanten der Wäschestücke im Schrank milimetergenau aus. Ist auch das erledigt, geht sie zum Äußersten über: die Küchenschubladen. Haben Sie auch so eine Lade, in die alles hineingeworfen wird, was keinen vernünftigen Platz mehr findet? Vielleicht sollte Sie einmal die losen Korken, Plastikgabeln und Zahnstocher bündeln, nachdem Sie alles rechtwinklig ausgerichtet haben. Schade allerdings, dass zumindest die horizontale Ausrichtung nach dem ersten ruckartigen Öffnen schon wieder zerstört ist. Danke, meine Perle! Ich würde Dich gegen keine Molluskenabsonderung der Welt eintauschen! Und daher zum Schluss ein Gruß meiner Perle, den ich an alle Perlen dieser Welt weiter geben möchte.

Frohe Ostern!
komma.vorbei - 26. Mär, 15:21
Eines der letzten großen Geheimnisse bleibt ja für mich die Faszination eines Ikea-Besuchs. Ich kenne nur wenige Leute, die sich der Anziehung des gelbblau beschilderten Möbelhauses entziehen können.
Ich weiß es nicht, denn üblicherweise bedeutet ein Ikea-Besuch einfach nur Stress. Nachdem man sich auf dem übervollen Parkplatz irgendwo zwischen zwei Kombis gequetscht hat, wird man spätestens am Eingang das erste Mal von einem Kinderbuggy gerammt. Das Kind schreit, die Mutter guckt grimmig und schiebt das Kindergefährt samt Inhalt noch einmal nachdrücklich in die Hacken ihres Vordermannes.
Und da war sie dann, die Faszination des Ikea-Besuchs. Ich verließ das Geschäft mit einem Lächeln im Gesicht, einem Beutel Teelichter und zwei Packungen Servietten!
Gestern erzählte mir V., sie müsse noch zum Gynäkologen. Der hätte eine neue Praxis in der Stadt, sei Mitte vierzig und durchaus gutaussehend.
Obwohl ich den Typen äußerst unsympathisch fand, kann ich nicht verhehlen, dass mich angesichts seiner Kartei ein wenig Neid überkam und ich mich fragte, ob ein Medizinstudium nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.
Ich finde es als Konsument außerordentlich erfreulich und für die Wirtschaftslage dieses Landes unabdingbar, dass die Industrie ihre Produkte auf geänderte gesellschaftliche Gegebenheiten ausrichtet. So reagiert man z.B. auf die veränderte Altersstruktur in unserer Bevölkerung damit, dass bisherige Tabu-Themen gesellschaftsfähig gemacht und auch Fernsehwerbungen für Inkontinenzvorlagen gezeigt werden.
Haben Sie schon einmal folgende Situation erlebt? Sie, männlicher Single, sitzen mit Ihrer besten Freundin, weiblicher Single, auf dem Sofa und schauen, sagen wir, Harry & Sally. Nein, es geht jetzt ausnahmsweise nicht um einen vorgetäuschten Orgasmus, sondern darum, dass Ihre Freundin beim Happy-End eine rolle Küchenpapier vollgeheult hat und nicht aufhört zu jammern, weil ihr immer noch nicht der Mann für’s Leben über den Weg gelaufen ist. Aber wie soll man einen gemeinsamen Filmabend sonst gestalten? Für „Leathal Weapon“ hat sie einfach kein Verständnis und „Der englische Patient“ endet nur wieder in einer Tränenorgie.

Gestern habe ich mir eine neue Levis 501 gekauft. Seitdem ich in einem Film gesehen habe, dass Frauen meinen, L32 W34 sei die Idealgröße für Männer (bzw. deren Hosen), finde ich die Marke ja besonders klasse, denn die Größe steht für jede gut sichtbar hinten auf dem Typenschild. Selbstbewusst steuerte ich das Levis-Regal an, ein Griff, ein Treffer. Naja, zur Sicherheit noch mal in die Kabine und das gute Stück probiert. Hätte ja sein können, dass mir dabei ein Materialfehler auffiel.
Gut, Mann musste erkennen, wann Mann verloren hat. Wirklich schmachvoll war nur der erneute Gang zum Regal um nun doch eine Nummer größer zu wählen. 33-34 passte dann wirklich besser. Ich habe noch versucht an der Kasse zu handeln, weil ja offensichtlich ein Verarbeitungsfehler vorlag, aber auch das hat nicht geklappt.